Anlässlich der Bescheidübergabe von Fördermitteln über insgesamt rund 4 Millionen Euro durch den Staatssektretär des Thüringer Ministeriums für Digitalisierung und Infrastruktur (TMDI), Dr. Tobias Knoblich, konnte dieser bei einem Vor-Ort-Termin in Rudolstadt über weitere Projektdetails und die Gesamtziele der Maßnahmen informiert werden.
Im Förderprogramm EFRE, maßgeblich finanziert durch die Europäische Union, werden aus den bewilligten Geldern Maßnahmen zur zukunftsfähigen Gestaltung der Fernwärmeversorgung in Rudolstadt und die energetische Sanierung des städtischen Bauhofs umgesetzt werden können.
Die Fernwärmeversorgung in Rudolstadt klimafreundlich auf Basis erneuerbarer Energien zu gestalten, ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben der lokalen Energieversorgung Rudolstadt GmbH (EVR). Dabei wird intensiv an einem Transformationsplan in enger Abstimmung mit der Stadt Rudolstadt gearbeitet.
Die EVR versorgt innerhalb ihrer Fernwärmeversorgungsgebiete die Wärmekunden über Heißwassersysteme. Eine Absenkung der Temperaturniveaus in den Wärmenetzen, in Verbindung mit einer Ablösung der Dampfnetze, soll die Einspeisung von erneuerbaren Energiequellen ermöglichen. Mit dem für den Umbau der Wärmeversorgung notwendigen Neubau von Fernwärmetrassen werden Netzverluste reduziert, Verdichtungsmaßnahmen durchgeführt und neue Versorgungsgebiete erschlossen.
Der Umbau der Fernwärmeversorgung in Rudolstadt ist in verschiedene Teilprojekte und Bauabschnitte gegliedert. Das geförderte EFRE-Vorhaben umfasst die Verbindung von Teilnetzen und ist die Voraussetzung zur Ablösung der Dampftrasse. Bei förderfähigen Gesamtkosten in Höhe von 4.111.219,83 € beträgt die reine Finanzhilfe 2.466.731,90 €. „Die Unterstützung der Europäischen Union mit EFRE-Fördermitteln ist ein erster und wichtiger Schritt auf dem Weg des Umbaus unserer Fernwärmeversorgung. Über die Förderung freuen wir uns sehr und sehen auch der Aufnahme in das Bundesprogramm Effiziente Wärmenetze (BEW) entgegen, um das zukunftsfähige Gesamtprojekt umsetzen zu können“, sagt Bürgermeister Jörg Reichl.
„Mit dem Vorhaben zur Umgestaltung der Fernwärmeversorgung hat sich die Stadt Rudolstadt erfolgreich für den EFRE-Wettbewerb der jetzigen Förderperiode qualifiziert. Die Fördersumme von rund 2,4 Mio. Euro ist hier gut und nachhaltig investiert“, so Thüringens Infrastrukturstaatssekretär Tobias J. Knoblich.
Bereits 2023 wurden die Vorbereitungen für Sanierungen öffentlicher Infrastruktur und damit verbundener Einrichtungen begonnen, wie auch diese des städtischen Bauhofes. Auf deren Grundlage konnten die Förderanträge zur energetischen Sanierung des städtischen Bauhofs gestellt werden. Im Jahr 2024 erfolgte die europaweite Ausschreibung für die Objekt- und Fachplanung, aus der die beauftragten Planungsbüros hervorgingen. Die Entwurfsplanung wurde inzwischen abgeschlossen und diente als Grundlage für die Fördermittelvergabe.
Ziel der umfassenden Sanierung ist es, den städtischen Bauhof in eine zukunftsfähige Einrichtung mit Vorbildfunktion für den kommunalen Klimaschutz zu verwandeln. Seit Beginn der Nutzung blieben größere Sanierungsmaßnahmen aus, was sich mit Blick auf die gestiegenen Energiekosten zunehmend negativ auf die städtischen Finanzen auswirkte. Im Fokus der aktuellen Planung stehen deshalb die Steigerung der Energieeffizienz, die Reduzierung klimaschädlicher Emissionen sowie der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien. Durch die Kombination verschiedener energetischer Komponenten soll ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand entstehen. Neben baulichen Veränderungen wird die Installation einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung eine zentrale Rolle einnehmen.
„Die Sanierung unseres Bauhofs ist eine Investition in die Zukunft der Stadt – ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich notwendig und ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer kommunalen Infrastruktur“, betont Bürgermeister Jörg Reichl. „Wir freuen uns, dass wir mit Hilfe der Fördermittel nun konkrete Schritte gehen können, um die Energieeffizienz spürbar zu steigern und langfristig Kosten zu senken.“
Die Begleitung der Projekte, insbesondere in den Bereichen des Fördermittelmanagements bis zur Fertigstellung der Maßnahmen, erfolgt durch die Stadtentwicklungsgesellschaft Rudolstadt mbH (SER).
Bilderreihe oben: Übergabe des Fördermittelbescheides "Fernwärme" an Alf Borsch (Geschäftsführer Energienetze Rudolstadt GmbH), Thomas Zaremba (Geschäftsführer Energieversorgung Rudolstadt GmbH) durch Staatssekretär Dr. Tobias Knoblich sowie an Jörg Reichl (Bürgermeister Stadt Rudolstadt) und Robert Heerklotz (Geschäftsführer Stadtentwicklungsgesellschaft Rudolstadt mbH) sowie anschließender Gesprächstermin
Bilderreihe unten: Thomas Zaremba im Gespräch mit den Teilnehmern (li.); rechts: Robert Heerklotz (Geschäftsführer Stadtentwicklungsgesellschaft Rudolstadt mbH), Bürgermeister Jörg Reichl, Annett Gieseler (Fachdienstleiterin Bau und Umwelt), Staatssekretär Dr. Tobias Knoblich und Stefan Büttner (Energiemanager der Stadt Rudolstadt)